Betriebschronik der Firma Hannemann Reisen

Am 01. März 1946 meldet Karl Reichstein ein Fuhrgewerbe an.

Er betreibt fortan einen Pritschen-LKW und fährt Stückgut in der Region.

Später werden auf dem LKW für das Wochenende Bänke montiert, um mit Personen Ausflüge in den Spreewald und Umgebung zu machen.

Die Sache läuft gut an, also wird der LKW um 1952 zum Omnibus umgebaut.

Ab 1958 erhält Karl Reichstein einen Kommissionsvertrag mit dem VEB Kraftverkehr Cottbus.

Nun wird mit zwei Bussen Berufsverkehr und Schülerverkehr in der Region gefahren.

Im Jahr 1971 übernimmt seine jüngste Tochter, Ellen Hannemann geb. Reichstein, die Firma.

Der Betriebssitz wurde eine Straße weiter verlegt. Es bleibt bei einer Betriebsgröße von zwei Omnibussen mit größerem Hof und Werkstatthalle. Wochentags werden Arbeiter und Schüler gefahren und am Wochenende Sonderfahrten in der ganzen damaligen DDR. Da es neue Busse für Private nicht gab, wurde nebenher immer wieder ein dritter Bus neu aufgebaut um einen "älteren" zu ersetzen. So lief das "Spiel" bis zur Wende 1989.

Jetzt stand plötzlich die Welt offen. Im Juli 1990 stand der erste "West-Bus" auf dem Hof. Bis nach Italien, Frankreich und Österreich ging es nun. Die Reiselust hatte für ein paar Jahre Hochkonjunktur. In den 90er Jahren wurde der größte "Reisedurst" gestillt. Neben dem Reiseverkehr, der hauptsächlich als Anmietverkehr lief, blieb als zweites Standbein immer der Linienverkehr mit zwei Bussen.

Im Jahr 1994 übernahm Jörg Hannemann, der älteste Sohn, das Unternehmen.

Nachdem die Betriebsgröße bis dahin zwischenzeitlich 7 Busse betrug, wurde Anfang der 2000er das Unternehmen auf drei Busse reduziert. Davon auch immer ein Kleinbus mit 17 - 20 Plätzen. Im Sommer kommt nun auch saisonal noch ein Oldtimerbus (Skoda-Bus) für besondere Anlässe, z.B. für Hochzeiten, Klassentreffen, Betriebsfeiern usw., zum Einsatz.

Die Betriebsgröße, Markt sowie politische Rahmenbedingungen lassen diese Betriebsgröße am wirtschaftlichsten und auskömmlichsten agieren. Langjährige Mitarbeiter sowie Firmeninhaber tragen mit Kontinuität zur Mobilität in dieser Region bei.